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HANSEstyle 2 | 2017

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WIRTSCHAFT & POLITIK

WIRTSCHAFT & POLITIK KLARE KANTE Zupackend und entschlossen zeigt sich Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg beim Treffen mit HANSEstyle. Eines seiner politischen Ziele: Er möchte für mehr Lebensqualität sorgen. Der Senator spricht über den weiteren Ausbau des Radwegenetzes und die vom Senat geplanten Maßnahmen, damit die Stadt sauberer wird. Darüber hinaus erzählt er, unter welchen Voraussetzungen Hamburg in der Klimafrage entscheidend vorankommen könnte. Ein Treffen mit Senator Kerstan im Rathaus Der Ausbau des Radwegenetzes in und um die Stadt herum wird konsequent verfolgt. Welchen Einfluss können diese Maßnahmen auf die Luftreinheit jetzt oder in Zukunft haben? Senator Kerstan: Einen großen! Radfahren ist ein Megatrend. Wir wollen den Anteil des Radverkehrs in Hamburg verdoppeln. Wenn immer mehr Menschen das Auto stehen lassen und häufiger auf das Rad steigen, ist das gut für saubere Luft, für den Klimaschutz und für die eigene Gesundheit. Im Hinblick auf die mittelfristige Verbesserung der Luftqualität durch die Veränderung der Mobilität innerhalb der Stadtgrenzen: Welche Strategie verfolgt der Senat? Wir haben an vielen Straßen zu hohe Werte für Stickstoffdioxid. Als erste Großstadt hat Hamburg einen Plan vorgelegt, der die Wirksamkeit aller Maßnahmen berechnet und zeigt, wie das Problem an allen Straßen gelöst wird. So stellen wir sicher, dass zehntausende Menschen absehbar aufatmen können. Nur einige Beispiele: Neben dem Ausbau des Radwegenetzes bauen wir U- und S-Bahn massiv aus, setzen Elektrobusse ein und bauen 1.000 Ladepunkte für E-Autos. Welche Instrumente hat der Senat insgesamt zur Verfügung, um bessere Grenzwerte in der Luft zu schaffen? Wir können Anreize bieten wie einen guten ÖPNV (Anm. Öffentlicher Personennahverkehr) und attraktive Radwege und Stromladesäulen für E-Autos. Wir schaffen die Infrastruktur, die die Bürgerinnen und Bürger dann auch nutzen müssen. Wir bieten im Hafen Landstrom und Flüssiggas für Schiffe am Kai an. Wir können aber auch an einzelnen, hochbelasteten Straßen Ampeln neu schalten oder Durchfahrtsbeschränkungen für alte Dieselfahrzeuge verhängen – geplant ist das an der Max-Brauer-Allee und an der Stresemannstraße. Als Hamburgs Senator für Umwelt und Energie sind Sie für die Energiewende zuständig. Was muss in absehbarer Zeit in Hamburg geschehen, um in der Klimafrage entscheidend weiterzukommen? Die Energiewende darf nicht nur Strom- wende sein. Sie kann nur gelingen, wenn es auch eine Wärmewende gibt. Da will Hamburg Vorreiter sein. Wir wollen das alte Kohlekraftwerk in Wedel so rasch wie irgend möglich vom Netz nehmen und durch dezentrale und möglichst klimafreundliche Quellen ersetzen – zum Beispiel aus industrieller Abwärme, aus Wärmepumpen oder aus der Müllverwertung. Ende dieses Jahres wollen wir außerdem das Gasnetz zurückkaufen und setzen damit den Volksentscheid von 2013 weiter um. Vor etwa vier Jahren haben die Hamburger für den Rückkauf der Stromnetze gestimmt. Was hat das gebracht? Eine Menge. Das Stromnetz gehört seit 2014 wieder komplett der Stadt. Die Investitionen in das Netz wurden deutlich hochgefahren, die Versorgungssicherheit durch stabile und moderne Netze gestärkt. Die Digitalisierung und die Umsetzung der Energiewende haben wir nun selbst in der Hand. Und: Das Unternehmen arbeitet wirtschaftlich „Radfahren ist ein Megatrend. Wir wollen den Anteil des Radverkehrs in Hamburg verdoppeln.“ Senator Jens Kerstan 19

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