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HANSEstyle 2 | 2016

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Moderne Stadthäuser in

Moderne Stadthäuser in Wilhelmsburgs neuer Mitte, direkt am Inselpark Heinz H. Behrens erkundet Wilhelmsburg Wo Hamburg im Aufbruch ist Wilhelmsburg, das waren früher zahlreiche kleine Inseln im Strom, die über Jahrhunderte zur größten Elbinsel zusammengedeicht wurden. Heute ist Wilhelmsburg Hamburgs größter Stadtteil – eine Insel der Vielfalt, so seine Bewohner. Voller Menschen aus vielen Kulturen, die in unterschiedlichsten Wohnquartieren leben. Hier findet man noch bäuerliche Idylle neben modernen Industrieanlagen. Im Norden der Hafen, im Süden das Naturschutzgebiet Heuckenlock. Dazwischen ländliches oder urbanes Wohnen wie in Kirchdorf: schmucke Einzelhäuser in blühenden Gärten rund um die Kreuzkirche, aber auch riesige Wohnmaschinen in Kirchdorf-Süd. Während der IBA (Internationale Bauausstellung) Hamburg entstand ein modernes Stadtzentrum in Wilhelmsburg Mitte. Klimafreundliche Wohn- und Verwaltungsgebäude, Schul- und Sportzentren, ein Ärztehaus und Senioren-Treffs. Fußläufig daneben der Wilhelmsburger Inselpark, wo 2013 die igs (Internationale Gartenschau) stattfand. So gelang der 2004 angekündigte „Sprung über die Elbe“ als strategischer Schritt zur Umsetzung des seit 2002 verfolgten Leitbilds „Metropole Hamburg – Wachsende Stadt“. Wilhelmsburg hat seither wie kein anderer Stadtteil sein Gesicht verändert. 36

Stadtgeschichte(N) Die Kreuzkirche, 1388 gegründet, war bis 1895 die einzige Kirche auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Die BallinStadt erreichen Sie natürlich auch mit der S-Bahn S 3 oder S 31 bis zur Station Veddel. Nur denken Sie daran, die Insel misst rund sieben Kilometer von Nord nach Süd und etwa 13 Kilometer Luftlinie von der Bunthäuser Spitze im Südosten bis zum Köhlbrandhöft im Nordwesten – da müsste man schon sehr gut zu Fuß sein, um sich alle Sehenswürdigkeiten zu erlaufen. Aber man kann sich an den Fahrradstationen ja Räder leihen. Wenn Sie unsere Elbinseln erkunden wollen – zum Stadtteil Wilhelmsburg gehören ja auch die Veddel, Steinwerder und der Kleine Grasbrook – dann empfiehlt sich eine Fahrradtour. Durch den Alten Elbtunnel zum Beispiel erreichen Sie auf nostalgische Weise das Wilhelmsburger Hafengebiet – vor Ihnen der Kuhwerder- und der Kaiser-Wilhelm-Hafen, dazwischen die Nehlstraße. Die Argentinien-Brücke bringt Sie über den Reiherstieg und weiter geht’s gen Osten auf dem Veddeler Damm bis zum Hansahafen und dahinter zur tschechischen Enklave am Saale- und Moldauhafen. Und vom Wilhelmsburger Platz vielleicht noch über den Müggenburger Zollhafen hinüber zur BallinStadt, zum gerade wiedereröffneten Auswanderermuseum. Die wechselvolle Geschichte der Elbinseln Es ist Sonntag, da hat das Museum Elbinsel Wilhelmsburg ab 14 Uhr geöffnet. Im denkmalgeschützten ehemaligen Hannoverschen Amtshaus, erbaut auf den Grundmauern des einstigen Stillhorner Schlosses, kann man eintauchen in die wechselvolle Geschichte der Inseln im Stromspaltungsgebiet der Elbe. Die Besiedlung der früheren Elbinseln dürfte hier im Osten begonnen haben, auf der gegen Sturm und Flut relativ geschützten Marschinsel Stillhorn. Hier siedelten sich erste Landwirte an, auf der Kirchdorfer Düne, dort wo man später auch die erste Inselkirche erbaute. Kirchdorf wurde in den folgenden Jahrhunderten zum historischen Zentrum von Wilhelmsburg. 1672 erwarb Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg – der letzte männliche Spross der Celler Welfenlinie – die Elbinseln Stillhorn, Georgswerder und Reiherstieg-Rotehaus, ließ sie zusammendeichen und machte sie zur Herrschaft Wilhelmsburg. Kurzer historischer Einschub: seine Tochter, Sophie Dorothea, bekannt geworden als die „Mutter der Könige“ – ihr Sohn bestieg als Georg II. den Thron von England, ihre Tochter gleichen Namens wurde Gemahlin von Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und Mutter von Friedrich dem Großen – diese Sophie Dorothea wurde auf Bitten ihres Vaters von Kaiser Leopold V. 1674 in den Rang einer Gräfin von Wilhelmsburg erhoben. Bekannt wurde die ältere Sophie Dorothea später als Prinzessin von Ahlden, weil sie nach einem höfischen Skandal im Schloss Ahlden in Verbannung leben musste. Während ihrer Zweckehe mit dem ungeliebten Vetter Georg Ludwig von Hannover hatte sie, nach der Geburt ihrer beiden Kinder, ein Liebesverhältnis mit Philipp Christoph Graf Königsmarck. Königsmarck wurde kurzerhand ermordet und sie lebenslang nach Ahlden verbannt. Wilhelmsburg gehörte genau wie Harburg bis 1866 zum Königreich Hannover und fiel nach dem deutsch-deutschen Krieg an Preußen. Zwischen 1925 und 1927 besaß Wilhelmsburg Stadtrecht, wurde 1927 dann mit Harburg zum Stadtkreis Harburg- Wilhelmsburg vereinigt. So entstand mit 110.000 Einwohnern eine weitere Großstadt in der Provinz Hannover. Diese Zwillingsstadt kam 1937 durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg. 37

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